26.
Jan. 2012

UdL Digital Talk mit Ursula von der Leyen und Katharina Borchert

Am 08. Februar 2012 findet der nächste UdL Digital Talk statt: Diesmal zum Thema: Arbeitswelt im Wandel. Dazu diskutieren werden Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Spiegel Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert.

Diesmal auf dem Podium: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen

Globalisierung, Digitalisierung und der demografische Wandel der Bevölkerungsstruktur: Die Arbeitswelt verändert sich – für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Klassische Arbeitsstrukturen weichen immer mehr auf. Nachdem zunächst das Büro zum zweiten Zuhause geworden ist, wird nun dank Smartphones, Tablet-PCs und Mobilfunk das Arbeiten von jedem Ort der Welt möglich. Internationalität, die räumliche und soziale Zersplitterung von Arbeit, die erleichterte Flexibilisierung, Fachkräftemangel und das Aufweichen des herkömmlichen Normalarbeitsverhältnis in eine Vielzahl neuer, zum Teil prekärer Arbeitsformen. Dies sind nur einige der Schlagworte, um die die Diskussionen aktuell geführt werden. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitszeitmodelle, so dass es vielerorts zum guten Ton gehört, ständig erreichbar zu sein. Eine sich etablierende Start-Up Szene rückt derweil immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit und hinterfragt durch ihre Strukturen klassische Businessmodelle.

Welche Qualifikationen werden durch die Digitalisierung benötigt? Und: Kann der Arbeitnehmer sie in Deutschland erlangen?

Und: Katharina Borchert, Geschäftsführerin Spiegel Online

Debatten über den Wandel in der Arbeitswelt lassen sich ausufernd führen. Unabhängig davon, wie man die Entwicklung einschätzen mag – fest steht: Zurückdrehen können wird man sie nicht. Nachgedacht werden muss deswegen über Strategien, mit denen man ihr begegnet, um im globalem Wettbewerb nicht abgehängt zu werden.

Wie können diese aussehen? Welche Rolle haben Ausbildung, Arbeitsmarktpolitik und Handeln der Wirtschaft? Wer ist wo in der Pflicht? Wie kann der Arbeitnehmer damit umgehen? Welche Modelle werden sich zukünftig bewähren?

Über diese Fragen werden Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Spiegel Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert, die auch zu den bekanntesten Blogerinnen Deutschlands gehört, diskutieren. Moderator der Veranstaltung ist Cherno Jobatey.

Der UdL Digital Talk findet am 8. Februar um 19.00 (Einlass ab 18:15 Uhr) im Berliner Büro der E-Plus Gruppe (Unter den Linden 10, 4. Etage) statt.

Zur Teilnahme anmelden kann man sich über facebook und/oder Xing, der Eintritt ist frei.

25.
Jan. 2012

Das BASE_camp zieht um

Das BASE_camp zieht um

Das BASE_camp zieht um

Vor nicht einmal einem Jahr haben wir einen etwas anderen Mobilfunkladen mitten in Berlins Mitte eröffnet. Seitdem hat sich das BASE_camp als Anlaufstelle für Politik, Wirtschaft und Medien bewährt. Darüber hinaus hat es Kunden angezogen, die sich umfangreich beraten lassen wollten. Unser Konzept lautete – vereinfacht dargestellt: Mobilfunk + Kaffee + Veranstaltungen. Dass es aufgegangen ist, belegen nicht nur der Politikaward, der uns letztes Jahr verliehen wurde, über 100 Veranstaltungen, die mehr als 5000 Teilnehmer anzogen sondern auch der umfangreiche Zuspruch, den wir fortwährend erhalten haben: Von Besuchern der Veranstaltungen, Kunden und nicht zuletzt Medien.

Dialog löst Probleme

Nun haben wir uns entschlossen, mit dem BASE_camp umzuziehen. Wer schon mal bei einer Veranstaltung im BASE_camp war, kennt nicht nur das Konzept und die Leute, die im BASE_camp arbeiten, sondern auch einige Nachteile, die die Lokalität mit sich bringt: Etwa die ungenügende Toilettensituation sowie die permanent streikende Klimaanlage. Wir glauben daran, dass sich Probleme im Dialog lösen lassen. Nur: Wenn kein Dialog geführt wird, ist das nicht möglich. Und deswegen ziehen wir weiter. Schon bald werden wir eine Fläche beziehen, die deutlich größer und schöner sein wird als das bisherige BASE_camp und uns ermöglicht, den eingeschlagenen Weg noch konsequenter zu gehen.

Wir bedanken uns bei Allen, die uns mit dem BASE_camp im vergangenen Jahr tatkräftig unterstützt haben – in erster Linie sind das unsere Partner von Mokador. Jungs, Ihr seid großartig. Auch ohne die Besucher des BASE_camp und ohne die Kunden wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen. Vielen Dank.

Wir sehen uns schon bald wieder – im neuen BASE_camp. Stay tuned!

24.
Jan. 2012

E-Plus Gruppe schafft mit Datennetzausbau Basis für weiteres Wachstum 2012

Mit diesem Wachstum festigt das Unternehmen seine Position als dynamische Nummer drei im deutschen Mobilfunk. Das erfolgreiche 4. Quartal 2011 mit einer EBITDA-Marge von 44,1 Prozent bestätigt diese Entwicklung. Gleichzeitig hat der Netzbetreiber mit einem noch einmal intensivierten Netzausbau die Basis für weiteres Wachstum insbesondere im mobilen Internet in den kommenden Jahren gelegt. Damit wird E-Plus mit seinen Marken für weitere Kundengruppen eine attraktive Alternative.

Datengeschäft treibt den Umsatz, smartes Kostenmanagement stützt die Marge

Der Gesamtumsatz erreichte im Jahresverlauf 3,236 Milliarden Euro. Der Umsatz aus Mobilfunkleistungen lag 2011 bei 3,098 Milliarden Euro. Ohne negative Regulierungseffekte entspricht das einem bereinigten Zuwachs im Serviceumsatz von starken 7,6 Prozent. Im 4. Quartal legte der um diese Effekte bereinigte Serviceumsatz um 7,2 Prozent zu.

Dank erheblicher Fortschritte im Netzausbau und einer intensivierten Vermarktung von Datenprodukten wächst die Bedeutung des Datengeschäfts in der Umsatzentwicklung deutlich. Die Wahrnehmung des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, mit dem sich die Marken und Partner der E-Plus Gruppe in den vergangenen Jahren einen Namen im Markt gemacht haben, strahlt inzwischen immer stärker auf die Positionierung im Geschäft mit mobilen Daten ab und erzeugt eine schnell wachsende Nachfrage und Nutzung. 2011 entstanden bereits 36 Prozent der Kundenumsätze abseits der Telefonie. 2010 lag dieser Wert noch bei 28 Prozent.

Wie gut die E-Plus Gruppe in einem umkämpften Markt dieses Wachstum sowie die aus dem Datenverkehr entstehenden Investitionen managt, zeigt sich in der anhaltend hohen Profitabilität. Bei einem EBITDA von 1,353 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen 2011 eine EBITDA-Marge von 41,8 Prozent – ein Topwert in der Branche und ein internationaler Spitzenwert für einen Nr.-3-Player. Im 4. Quartal lag das EBITDA bei 363 Millionen Euro und die EBITDA-Marge bei 44,1 Prozent – 4,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

22,7 Millionen Kunden im Netz der E-Plus Gruppe

Ende 2011 telefonierten, simsten beziehungsweise surften 22,7 Millionen Kunden im Netz der E-Plus Gruppe. Das sind 2,3 Millionen mehr als Ende 2010. Im 4. Quartal 2011 entschieden sich 569.000 zusätzliche Kunden für eine der Marken des Unternehmens oder eines Kooperationspartners.

Weiteres Wachstum in 2012

„2011 haben wir unsere Position im Markt noch einmal gestärkt. Wir haben unseren Umsatz gesteigert, massiv ins Netz investiert, so viele Neukunden gewonnen wie kaum ein anderer Anbieter und es gleichzeitig geschafft, unsere hohe Profitabilität zu halten. Das zeigt, wie gesund und erfolgreich unser auf einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis basierendes Geschäftsmodell ist und wie smart wir investieren“, sagt Thorsten Dirks, Vorsitzender der Geschäftsführung der E-Plus Gruppe.

Für das kommende Jahr kündigt das Unternehmen auf dem Weg zum Mobilfunkanbieter der 4. Generation weitere substanzielle Schritte im Ausbau des Datennetzes an und setzt in der Vermarktung auf das bewährte Portfolio seiner Marken. Im Datennetz sollen parallel die regionale Ausbreitung und die in der Praxis verfügbaren Datenraten erhöht werden. Mit dem neuen BASE Angebot bleibt der Anbieter führend im Flatrate-Segment und adressiert mit einer neuen Kampagne zudem eine breite Zielgruppe.  Das schafft im Daten- und Telefoniegeschäft zusätzliche Wachstumschancen. „2012 wollen wir noch einmal im Umsatz und EBITDA zulegen und im Markt mit cleveren Initiativen von uns hören lassen. Wie kein anderer Netzbetreiber fokussieren wir uns dabei konsequent an den aktuellen Bedürfnissen des Massenmarkts“, blickt der E-Plus CEO nach vorn.

 

24.
Jan. 2012

Ein „Recht auf Vergessen“ – EU-Kommissarin stellt Pläne für neue Datenschutzverordnung vor

Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Viviane Reding beim DLD12 (c) Hubert Burda Media

EU-Justizkommissarin Viviane Reding kündigte während ihrer DLD-Keynote für morgen, den 25. Januar 2012, einen neuen Entwurf der EU-Datenschutzverordnung an. Zentrales Anliegen diese Initiative sei eine europaweit einheitliche Gesetzgebung. Zugleich sprach sich Reding gegen die Sperrung von Internet-Inhalten aus. Informationsfreiheit und Urheberrechtsschutz dürften keine Feinde, sondern müssten Partner sein, so Reding. Blocken dürfe dabei keine Option darstellen.

Das aktuelle Gesetz ist von 1995 und stelle ein unübersichtliches Patchwork von Datenschutz-Gesetzen und Zuständigkeiten dar. Im Grundsatz gehe es bei der Novellierung darum,  die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu einem “single digital market” zu machen, der die Daten auch schützt, wenn sie durch Cloud Computing auf Rechner außerhalb der Union ausgelagert werden.

Die Gesetzesinitiative verfolgt hauptsächlich zwei Ziele: Zum einen solle die wachsende Verunsicherung der Verbraucher aufgegriffen, zum anderen junge Internetgründer und die mittelständischen Wirtschaft entlastet werden.

„Recht auf Vergessen“

Dabei stehe der Schutz persönlicher Daten im Vordergrund, der Umgang damit soll so transparent wie möglich werden. Wichtigster Punkt wäre es, den Bürgern die Verfügungsgewalt über ihre Daten im Internet zurückgeben. Reding bezeichnete dies als das individuelle „Recht auf Vergessen“. Dahinter steht, jederzeit entscheiden zu können, einmal veröffentlichte private Informationen wie Fotos oder Kommentare auch wieder löschen beziehungsweise zurückziehen zu können.  Zugleich sollten die Nutzer mehr Informationen über die Verwendung, Weitergabe und Speicherdauer ihrer persönlichen Daten erhalten und von Unternehmen zukünftig schneller und umfassender über Datenverluste und -diebstähle informiert werden. Eine entsprechende gesetzliche Publikationspflicht gibt es bislang in Deutschland nicht.

Gelten soll das neue EU-Gesetz auch für Unternehmen aus dem Nicht-EU-Ausland: Wer in Europa Geschäfte mache und europäische Kunden anspreche, für den müsse auch europäisches Recht gelten, so Reding.

Ausnahmen solle das Recht auf Vergessen lediglich dort haben, wo es im Konflikt zu Grundrechten oder Angelegenheiten der inneren Sicherheit stünde – beispielsweise im Hinblick auf die Meinungs- und Pressefreiheit, oder bei der Zusammenarbeit von Polizei und Justiz.

Gesetzliche Sicherheit für Unternehmen

Die grundlegende Reform des europäischen Datenschutzrechts weise nicht nur für die Verbraucher Vorteile auf, sondern auch für Unternehmen: Diese würden künftig nur noch mit einer Datenschutzbehörde zusammenarbeiten müssen. Denn, so Reding: Nur auf Grundlage klarer, eindeutiger und vor allem einfach anwendbarer gesetzlicher Richtlinien gäbe es für  Internet-Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen und Produkten gesetzliche Sicherheit. Die  unterschiedlichen Rechtsprechungen auf diesem Gebiet würden diese in Europa jährlich 2,3 Milliarden € kosten. Die Neuregelung sei deshalb eine “goldene Chance“, die Unternehmen helfen werde, bei den Verbrauchern Vertrauen zu stiften.

Massive Schwächung der Digitalwirtschaft

Anders sieht das der Bundesverband Digitale Wirtschaft: Man sehe in der neuen Verordnung eine massive Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Digital-Wirtschaft müsse mit dem Inkrafttreten einer entsprechenden Verordnung ihre Geschäftsmodelle in der Werbung und im E-Commerce massiv ändern und befürchte einen Wettbewerbsnachteil gegenüber außereuropäischen Mitbewerbern.

Auch aus Verbrauchersicht ließen sich Nachteile erkennen: So vermindere  die Verordnung die Anreize zum Umsetzen datenschutzfreundlicher Geschäftsmodelle: Praktisch bei jedem Aufruf einer Webseite, auf der Werbung gezeigt wird, oder eines Online-Shops, müssten User ihre Einwilligung zur Datenerhebung geben.

Aigner: Grundrechte dürfen nicht eingeschränkt werden

Reaktionen auf Redings Entwurf gibt es auch von Seiten der deutschen Politik: Verbraucherschutzministerin Aigner sagte gegenüber dem Spiegel, dass sie Redings Plänen für ein europäisches Datenschutzrecht zwar grundsätzlich zustimme, das Recht auf freie Meinungsäußerung dadurch jedoch nicht ausgehebelt werden dürfe.

In wieweit sich die von Reding am Sonntag erstmals vorgestellten Pläne in der neuen Verordnung wiederfinden werden, bleibt abzuwarten. Wichtig wird der offizielle Entwurf der EU-Kommission sein, der von Europäischem Rat und Europaparlament beraten und verabschiedet werden muss. Zu erwarten ist, dass etwa Deutschland und Frankreich den jetzigen Vorschlägen aufgrund der Eingriffe ins nationale Datenschutzrecht in ihrer jetzigen Form nicht zustimmen werden.

Aus dem gleichen Grund ist schon die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung bis heute in Deutschland nicht umgesetzt worden: Diese verpflichtet die 27 Mitgliedsländer dazu, anlasslos Telefon- und Internet-Daten für mindestens sechs Monate zu speichern. Die schwarz-gelbe Koalition diskutiert seither um die Speicherpraxis, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2010 die damalige deutsche Praxis beanstandet und den Gesetzgeber zu einer Überarbeitung aufgefordert hatte.

Der Gesetzgebungsprozess wird bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen, der Entwurf sich möglicherweise in den wieteren Beratungen noch entscheidend ändern. Die neue Gesetzgebung soll bis spätestens 2015 in Kraft treten.

20.
Jan. 2012

Können Social Media die Bundestagswahlen entscheiden?

Manfred GüllnerSeit Jahren schon heißt es: Deutschland leidet an Politikverdrossenheit. Als Indikatoren werden immer niedrigere Wahlbeteiligungen angeführt. Diesen Fakt kann niemand widerlegen – die historische Betrachtungsweise gibt den Kritikern auf allen Ebenen recht: In Europa, im Bund, in den einzelnen Ländern und auch Kommunen. Gleichwohl wird argumentiert, dass Plebiszite, also Volksentscheide und dadurch auch die stärkere Einbindung von Bürgern in politische Entscheidungen, an der Politikverdrossenheit rütteln könnten. Schließlich reicht nur ein kurzer Blick ins Internet in Netzwerke wie facebook, twitter oder auch Blogs, um zu sehen, dass eine große Anzahl von Menschen gibt, die keinesfalls politikverdrossen ist, sondern – ganz im Gegenteil – sich im höchsten Maße mit politischen Entwicklungen und Ereignissen beschäftigt. Können also Social Media die Politik retten? Und womöglich auch die nächsten Bundestagswahlen entscheiden?

Plebiszite keine Lösung

Mit diesen Fragegestellungen beschäftigte sich Professor Manfred Güllner, Gründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Sozialforschung und statistischen Analyse forsa. Im Zuge des ersten BASE Medienstammtisch am Mittwoch präsentierte er seine Ergebnisse: Plebiszite sind kein geeignetes Mittel, um die geringe Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen zu brechen. Betrachtet man etwa die letzten drei Volksentscheide in Berlin (zum Flughafen Tempelhof 2008, zum Unterrichtsfach Ethik und Religion 2009 und zum Thema Wasser 2010), dann stellt man nicht nur eine rückläufige (36,1 Prozent im Jahr 2008, 29,2 Prozent im Jahr 2009 und 27,5 Prozent im Jahr 2010) sondern vor allem auch eine sehr niedrige Beteiligung fest. Dieser Trend kann nicht allein an Berlin festgemacht werden, auch in Köln (14,8 Prozent beim Volksentscheid über den Godorfer Hafen 2011) war die Wahlbeteiligung enttäuschend. Insofern scheint, so Güllner, das Volk gar nicht daran interessiert zu sein, an Entscheidungen stärker beteiligt zu werden. Daher lautet auch seine Conclusio in Sachen digitale Beteiligung, dass das Internet und insbesondere soziale Medien nicht geeignet seien, um etwas am Vertrauensschwund der Politik zu ändern. Gleichwohl könne auf eine Kommunikation über diese Medien nicht länger verzichtet werden.

Was Güllner jedoch unterschätzt und eventuell auch falsch einschätzt: Seinen eigenen Zahlen zufolge wünschen sich 63 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren eine Kontaktaufnahme mit Politikern (ingesamt 43 Prozent) und nur 37 Prozent der 18- bis 29-Jähringen eine Kontaktaufnahme über ein persönliches Gespräch (insgesamt 48 Prozent). Was aber, wenn das eine und das andere sich immer mehr angleichen, weil nicht zuletzt durch Smartphones und Tablets das Virtuelle allgegenwärtig ist? Was machen wir in sozialen Medien überwiegend? Wir unterhalten uns. Mit Menschen. Ist das kein persönliches Gespräch? Klar, das Treffen hat eine andere Intensität, das ist unbestritten. Aber steigt durch die virtuelle Kommunikation nicht unter Umständen auch das Interesse an einer Person, so dass man eher gewillt ist, sie real zu treffen?

Internet schafft Transparenz

Das Internet allein, das ist auch klar, wird nichts an dem Vertrauensschwund gegenüber der Politik ändern können. Dafür müssen sich nicht nur Strukturen innerhalb unseres politischen Systems ändern. Vor allem müssen sie aber transparenter werden. Und gerade hier kann das Internet ein sehr hilfreiches Mittel sein.