13.
Jul. 2012

facebook-Anleitung für Politiker

facebook hat eine Broschüre für Politiker veröffentlicht. Darin werden die Vorteile des Netzwerks beschrieben und konkrete Anleitungen sowie Tipps zum Aufsetzen einer Seite dargelegt.

Social Media, insbesondere facebook und twitter, sind aus dem täglichen Leben Vieler nicht mehr wegzudenken. Die Nutzerzahlen sprechen eine deutliche Sprache: facebook wird genutzt zur Kontaktpflege, als Nachrichtenquelle oder auch zur Organisation des eigenen Lebens.  Laut einer Studie des Bitkom nutzen bereits 48 Prozent der Unternehmen Social Media. Nach wie vor – und vor allem in Deutschland – stellt sich aber die Frage: Wird über facebook & Co. tatsächlich auch Politik gemacht?

Digital Public Affairs noch immer in Kinderschuhen

Digital Public Affairs sind noch immer eine sehr junge Disziplin – die E-Plus Gruppe vor gut zwei Jahren war das erste Unternehmen in Deutschland, das das Potenzial zur politischen Kommunikation über Social Media nicht nur erkannte, sondern auch systematisch in ihre Arbeitsprozesse integrierte. Mittlerweile sind viele Unternehmen und Verbände diesem Beispiel gefolgt und üben sich im Bürgerdialog über facebook, informieren über twitter oder betreiben eigene Blogs.

Dialogfunktion wird kaum genutzt

Wenn also Bürger und Unternehmen auf facebook politisch kommunizieren, bleibt eigentlich noch die Frage nach dem Haupt-Adressaten von Digital Public Affairs – den politischen Entscheidungsträgern in Bund und Ländern. Da sind die Nutzerzahlen aber noch ausbaufähig. Zwar steigt die Anzahl der Accounts stetig, bisher hat allerdings nur gut ein Viertel der Abgeordneten im Deutschen Bundestag einen facebook-Account, etwas mehr sind bei twitter. Die aktiven Accounts werden zudem vorwiegend als Informationskanal genutzt, weniger zum direkten Dialog mit den Wählern.

Leitfaden soll helfen

Das will facebook ändern – und hat jetzt einen Leitfaden herausgegeben, der Politikern und Amtsträgern politische Kommunikation über facebook näherbringen will. Der Inhalt reicht von der Auflistung der wichtigsten Funktionen über eine detaillierte Anleitung zum Aufbau einer facebook-Präsenz bis hin zum Aufzeigen der Benefits.

USA wie immer Vorreiter

In den USA wird Politik schon längst auch über Social Media gemacht. Damit Meinungsbildung und der Dialog zwischen Bürgern und Entscheidungsträgern auch in Deutschland online stattfindet, ist eine stärkere Hinwendung der Politiker zu Social Media unerlässlich. Martin Höfelmann, der das Thema zu seiner Master-Arbeit gemacht hat, ist überzeugt, dass diese wachsen wird: “Auf lange Sicht wird sich Digital Public Affairs […] durchsetzen.”

 

Pages Guide for Politicians

9 Kommentare

  1. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 07:38 Uhr

    Auch wenn der Leitfaden übersichtlich und knapp ist, eine englische Broschüre wird in der deutschen Politik wohl kaum Verbreitung finden.

  2. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 07:39 Uhr

    Absolute Zustimmung. Es gibt davon eine deutsche Übersetzung. Die liegt uns allerdings nur in gedruckter Form vor, so dass wir weder auf sie verlinken noch sie digital einbinden können.

  3. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 08:55 Uhr

    Schöner Beitrag!

    Nach Analyse von Pluragraph.de haben 506 der 620 Bundestagsabgeordntenen mindestens ein Social-Media-Profil, dass sie mehr oder weniger aktiv nutzen.
    https://pluragraph.de/categories/mdb

    Auch viele Bundes- und Landesminister und Staatssekretäre nutzen Social Media zum direkten Bürgerdialog:

    Bund: https://pluragraph.de/categories/mitglied-der-bundesregierung
    Land: https://pluragraph.de/categories/mitglied-der-landesregierung

    Selbstverständlich ist die Art und Weise der Nutzung von Social media durch viele Politiker noch verbesserungswürdig. Social Media wurde und wird an vielen Stellen noch als weiterer Pushkanal gesehen, weniger als wirkliches Inzeraktionsinstrument, das auch selber bespielt werden sollte, damit es authentisch ist.

    Würde mich freuen, wenn Facebook, den Leitfaden auch auf deutsch veröffentlich.

  4. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 08:56 Uhr

    HIer der Link zur deutschen Übersetzung:

    http://www.scribd.com/doc/99978715/Aufbau-einer-Prasenz-mit-Facebook-Seiten-Leifaden-fur-Politiker-und-Amtstrager

  5. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 09:23 Uhr

    @ Saschar
    Kannst du die Bezugsadresse der deustchen Broschüre hier evtl. mit reinschreiben?

  6. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 10:04 Uhr

    Maik, Du kannst entweder die Broschüre bei Scrib kostenlos runterladen, oder aber man kontaktiert Gunnar Bender, der für facebook in Berlin arbeitet, direkt. Hier der Link zu seinem facebook-Profil: https://www.facebook.com/gunnar.bender

  7. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 10:55 Uhr

    Solange sich z.B. Kommunen und kleinere Firmen davor scheuen, die Kosten für einen Social-Net-Mitarbeiter zu tragen bleibt das alles Wunschtraum.

  8. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 12:22 Uhr

    @Teresa & Sachar – ist das wirklich noch so? Ich kann das kaum glauben. Gruß Jens

  9. Kommentiert am 13. Juli 2012 um 13:24 Uhr

    JST, man mag es glauben – oder auch nicht: Es ist – so zumindest meine Erfahrung – tatsächlich so.

Ein Trackback

  1. [...] hat die wichtigsten Punkte und größten Chancen politischer Kommunikation in sozialen Netzwerken schön zusammengefasst. Antwort [...]

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