27 Nov 2010

Neue Studie: Digitale Medien und ihre Bedeutung für politische Kommunikation

Eine neue von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf koordinierte und Ketchum Pleon durchgeführte Pilotstudie belegt die wachsende Bedeutung digitaler Medien für die politische Kommunikation. Befragt wurden etwa 500 Mitglieder des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente der 27 Mitgliedstaaten – zum einen dazu, wie europäische Politiker Online-Netzwerke für ihre tägliche Arbeit nutzen und zum anderen, welche Chancen sie darin sehen.

Zunächst lässt sich feststellen, dass Internet und Soziale Netze für die meisten Politiker unverzichtbare Informationsquellen sind: 76 Prozent der Befragten nutzen Online-Medien als Informationsquelle, 57 Prozent der Teilnehmer Newsletter und Webseiten und 45 Prozent Soziale Netzwerke – das beliebteste dieser ist hier facebook. Dieses bestätigt die Ergebnisse einer internationalen Studie der Agentur Edelman, die bereits 2009 die Internetnutzung unter Abgeordneten und deren Mitarbeiter abfragte und dabei auch zu dem Ergebnis kam, dass das Internet für politisch Involvierte eine der zentralen Informationsquellen für ihre tägliche Arbeit ist.

Darüber hinaus wird das Internet nicht nur als Informationsquelle genutzt, sondern auch als etablierter Kanal für politische Kommunikation betrachtet, was insbesondere auf das Social Web zutrifft. Das zeigt, dass der Ansatz, Online-Netzwerke zur strukturierten Kommunikation zwischen Unternehmen, Politik und Öffentlichkeit zu nutzen, langfristig immer unerlässlicher werden wird.

Auch für die Kommunikation zwischen den Politikern und ihren Wählern bietet das Social Web eine Vielzahl an Chancen: So sind 77 Prozent der Befragten der Meinung, dass seine Nutzung zukünftig positive Auswirkungen auf die Demokratie haben wird, was nicht zuletzt mit der besseren Erreichbarkeit der Interessenvertreter für die Öffentlichkeit zu erklären ist. Online-Netzwerke können hier eine Möglichkeit sein, mit den Wählern in direkten Kontakt zu treten und den Grad ihrer politischen Informiertheit zu erhöhen. Diesbezüglich hat ein Großteil der befragten Politiker jedoch noch Nachholbedarf: Obwohl das Internet eine der wichtigsten Informationsquellen für sie ist, nutzen nur wenige der Befragten Online-Netzwerke zur aktiven Kommunikation mit den Wählern: So setzten nur 20 Prozent der Befragten in ihren letzten Kampagnen Blogs oder twitter ein.

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1 Kommentare
  • Stephan Fink
    2010-11-27 10:07:27

    Interessant und durchaus richtig! Dennoch möchte ich anmerken, dass der öffentliche Sektor bei der Nutzung des Social Web deutlich hinter Unternehmen oder NGOs zurück liegt. So zumindest die Erkenntnisse der von uns zusammen mit der Universität Leipzig (Prof. Zerfass) durchgeführten Studie "Social Media Governance 2010". Einige zentrale Ergebnisse der Sonderauswertung für den Öffentlichen Sektor finden Interessierte hier: http://t.ffpr.de/ibRgWZ

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