01 Okt 2012

Peer Steinbrück über Social Media

Peer Steinbrück beim UdL Digital Talk

Peer Steinbrück beim UdL Digital Talk

Seit wenigen Tagen steht fest: Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat der SPD. Bei UdL Digital sprach er gemeinsam mit dem Stellvertretenden Chefredakteur der Welt, Frank Schmiechen, über die Rolle von Social Media in der Politik.

Steinbrück verzichtet auf twitter

„Er ist authentisch“. Mit diesen Worten beschrieb Schmiechen, warum Steinbrück seit Jahren über sehr gute Umfragewerte verfügt. Eben seine Authentizität sei eine gute Basis, um per Social Media den Dialog mit dem Bürger aufzunehmen. Doch dem verweigert sich der ehemalige Finanzminister. Seine facebook-Seite pflegen Mitarbeiter, die Nutzung von twitter verweigert er ganz. Der Kanal würde nicht zu ihm passen, so Steinbrück: „Wenn es als inszeniert empfunden wird, verlieren Sie jede Glaubwürdigkeit.“

Schmiechen setzt auf Moderation

Dabei sieht auch Steinbrück die Chancen von Social Media: „Politik wird nicht ignorieren können, welche kommunikativen Potenziale darin liegen, dass wir digital kommunizieren können.“ Beide Diskutanten waren sich einig, dass wir heute, was die „digitale Revolution“ angeht, noch weitestgehend am Anfang stehen. Vor allem, so Frank Schmiechen, müsse das Feld der Moderation noch deutlich besser gelernt werden – auch und vor allem im Journalismus.

Bei allem Hype um das Digitale war es Steinbrück wichtig, in Zukunft nicht auf direkte Elemente verzichten zu müssen: „Politik ist nicht entweder oder sondern sowohl als auch.“

 

DIALOG

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7 Kommentare
  • Karl Napf
    2012-10-04 13:07:14

    Ist ja gut - wir haben's ja begriffen: Wenn Jens Best König von Deutschland wäre, würde alles besser. Stellen Sie sich bitte schnellstmöglich zur Wahl, Herr Best!

  • Sachar Kriwoj
    2012-10-02 08:30:48

    Alex, wieso "ohje"? Ist doch gut, wenn wir alle noch Luft noch oben sehen, oder nicht?

  • Jens Best
    2012-10-01 16:54:05

    @Sachar Ich war auf einem anderen Panel bis 19 Uhr - sonst wäre ich bestimmt dagewesen. vorallem, dass wir beide mal wieder ein Bierchen zusammentrinken können. Die Fragen waren, einige zumindest, gut, aber die Antworten....zu allgemein.

  • Alex D. B.
    2012-10-01 15:15:08

    Ohje, alle sind sich einig, dass die digitale Revolution noch am Anfang steht :-D

  • Michaela Merz
    2012-10-01 14:59:09

    Es ist traurig, mit welcher Ignoranz die Politker ALLER Parteien das Internet oder/und die Digitale Wirtschaft betrachten. Was keine vier Räder hat und nicht brummt, wird in Deutschland als Wirtschaftsfaktor nicht ernstgenommen. Wen interessiert es, dass US-Konzerne die Meinung monopolisieren, an jeden Chip, verbaut in deutscher Hightech, kräftig mitverdienen, per "Secure Boot" die Auswahl der Betriebssysteme vorschreiben, jede Mail über Google oder Apple fein säuberlich in ihren Clouds zum Zugriff der Behörden vorhalten und nicht zuletzt auch mit perversen Patenten die eigenen Märkte abschotten. Bei uns kommt das Netz aus der Steckdose - könnte man in Ableitung eines alten Sponti-Spruchs jetzt murmeln. Mit diesem Unwissen und dieser Ignoranz beweisen diese Politiker nur eines: Was sie nicht verstehen, ist wohl auch nicht wichtig für sie. Das sie damit eine grosse Chance verpassen und unser Land dauerhaft in komplizierte Abhängigkeiten führen - egal. So lange wir nur ein paar (Benzin-) Autos exportieren, ist die Welt für sie in Ordnung. Schade nur, das selbst die Piraten nichts sinnvolles zu dieser Diskussion beizutragen haben. Sonst wären sie fast wählbar.

  • Sachar Kriwoj
    2012-10-01 13:52:43

    Jens, Du weißt doch, wie das Ganze abläuft: Komm und stell Deine eigene Fragen, dann brauchst Du auch hinterher nicht zu kritisieren, dass keine guten Fragen aus dem Publikum kamen.

  • Jens Best
    2012-10-01 13:43:30

    Ein oberflächlicher Einstieg. Steinbrück hat ein Buch geklaut als Junge. Sooo menschlich, ....dann weiss er ja auch, dass man heutige Jungs nicht mit Hunderten von Euros Profi-Mahnkanzlei-abmahnt, weil sie ein Lied downgeloadet haben. ----- "Die Politik kann das Web nicht ignorieren" (<- sehr abwehrend, nicht proaktiv annehmend). Dann redet Steinbrück natürlich nur von Wahlkämpfen und Online-Meinungsumfragen. Von vertrauensbildender Transparenz durch Open Government oder gar Deliberation durch digital-unterstützte Partizipation ist der Peer offensichtlich noch entfernt. (Sozen-Deutsch: Digitale Teilhabe) ----- Oh, und dann der Sarkozy-Satz "Das Internet muss zivilisiert werden." - Oh, oh, Peer, vorsicht, vorsicht, so klingt derjenige, der das Web regulieren will, weil die Leute einfach nicht "anständig" werden wollen. Nicht das Web, sondern die Kultur einer Gesellschaft entscheidet über den gemeinsamen Umgang. Wer jahrzehntelang die politische Bildung reduziert, neoliberale Sozialstrukturen einzieht, die den Menschen die Solidarität austreiben - der darf sich nicht wundern - und der sollte dies nicht auf "dieses Internet" schieben. Oh, und dann kommt der schlaue Peer (man merkt richtig, das wurde vorbereitet) mit: "Jugendliche geben dem Internet/Facebook zuviel Daten....und bereuen es später. Bäng! Wieder die reaktive Art mit dem Mehr an Daten umzugehen." Knapp versucht Peer es mit "Die großen Konzerne manipulieren" wieder einzufangen, verrät damit aber endgültig, dass eine ernsthafte Befähigung des Individuums mit einem Mehr an geteilten Daten umgehen zu können, nicht so wirklich sein Ding bis jetzt war. (s.o.) Statt über das offene Web zu sprechen, wird die Facebook-Seite besprochen. Es ist gut, die großen Digital-Konzerne im Auge zu haben, aber vorher gilt es das freien Netz zu verstehen. Ansonsten wird das digitale Kind mit dem kommerziellen Bade ausgeschüttet. Ein aufklärerischer Ansatz, um an das Web heranzugehen? Fehlanzeige! Peer, komm' mal in Klausur mit einigen Internet-Reflektierten in der Partei. ------- Bei der Frage der Moderation im Web auch noch kein Licht am Horizont. Online-Foren werden offen und geschickt seit Eeeewigkeiten moderiert. Community-Management handelt im Kern um genau das: Moderieren, transparentes Lenken. Auch Journalisten werden vom Gate-Keeper zum Gate-Watcher - zum "Moderator". -------- Der Rest ist ein wenig burschikoses Herumgescherze um die Kanzlerfrage. Bei den Publikumsfragen keine wirklichen Highlights. --------

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