Laut Wikipedia versteht man unter Transparenz im politischen Sinne einen „Zustand mit freier Information, Partizipation und Rechenschaft im Sinne einer offenen Kommunikation zwischen den Akteuren des politischen Systems und den Bürgern.“ Vor allem das Social Web hat dazu beigetragen, dass eine Vielzahl von Informationen für jeden öffentlich verfügbar ist: Bürger können sich online über Gesetzgebungsverfahren oder die Aktivitäten ihrer Volksvertreter informieren. Diese Informationen bilden gleichzeitig die Basis für Interaktion und Partizipation. Doch nicht nur politische Vertreter, sondern auch Unternehmen sowie Einzelpersonen stehen seit der Etablierung von Social Networks unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Für Viele ist das ein gänzlich neuer Zustand, den es zu verstehen gilt. Hilfestellung leistet das neue Buch von Klaus Eck „Transparent und glaubwürdig“.
Eck ist Kommunikationsberater, Autor der Bücher „Corporate Blogs“ sowie „Karrierefalle Internet“, und betreibt eins der einflussreichsten und wichtigsten Kommunikationsblogs Deutschlands: PR Blogger. Sein neuestes Werk hat es sich zum Ziel gesetzt, Berufseinsteiger aber auch Führungskräfte auf die neue Art der Transparenz vorzubereiten, denn, so Eck, ein Entkommen gibt es nicht. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen, wie sich der Transparenz-Begriff verändert, welche Dimensionen Öffentlichkeit erlangt und dass Push-Kommunikation zunehmend an Bedeutung verliert. Dafür gewinnen Persönliche Netzwerke an Bedeutung, es entstehen neue Influencer. Eck bleibt nicht bei der Beobachtung und Beschreibung, er liefert auch praxisnahe Tipps und Checklisten, mit denen sowohl Individuen aber auch Organisationen und Unternehmen ihre Reputation online aktiv steuern können. Wesentliches Kriterium dabei ist die im Titel erwähnte Transparenz. Diese soll keinesfalls Geheimnisse, die eventuell auch die Geschäftsgrundlage bilden, enthüllen, sondern vertrauensbildende Basis sein.
Dass Transparenz nicht nur für die persönliche Kommunikation, für das Marketing oder die Unternehmenskommunikation sondern auch für Public Affairs eine bedeutende Rolle spielt, erläutert Eck anhand von UdL Digital: „Es ist die Aufgabe von Public Affairs in einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft die Bedürfnisse, Positionen und Erfordernisse von Unternehmen und Organisationen im Willensbildungsprozess zu vertreten. … Durch das öffentliche Bereitstellen von Informationen zu unternehmensrelevanten Themengebieten will UdL Digital es jedem Interessierten möglich machen, die Positionen des Unternehmens nachzuvollziehen.“ Damit spricht Eck das UdL Digital Public Affairs Modells an: Informieren! Involvieren! Mobilisieren!
Die neue Kultur der Transparenz beruht auf Vertrauen. Klaus Eck ist es gelungen, mit „Transparent und glaubwürdig“ aufzuzeigen, wie Vertrauen strategisch aufgebaut und aktiv gesteuert werden kann.
Klaus Eck: Transparent und glaubwürdig (Leseprobe)













2 Kommentare
Kenne das Buch noch nicht (bis auf Leseproben)- Sachars Rezension macht mich da sehr neugierig.
Zumal ich sehr skeptisch bin, ob man “Vertrauen” tatsächlich “strategisch aufbauen” kann. Vertrauen ist ein menschliches Grundbedürfnis, das zugleich die wichtige Funktion erfüllt, das Leben einfacher zu machen. Sicher kann man einiges dafür tun, Vertrauen zu gewinnen – Transparenz und Verlässlichkeit gehören bestimmt dazu. Woher aber das letzte Quentchen kommt, jemandem Vertrauen zu schenken, das lasse ich für mich gerne noch offen.
Bin also gespannt auf die Lektüre!
“Ein Entkommen gibt es nicht.” Das macht mir Hoffnung. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland noch weit hinterher. Das Konzept von e-participation auf der Basis transparenter Daten wird sogar schon für die Entwicklungshilfe diskutiert – zur Verbesserung von Projekteffizienz, zur Korruptionsverbesserung und für mehr Demokratie. Doch auch in der internationalen Transparenzdebatte in der EZ ist Deutschland eher schwach.