App-Update:

Im Kampf gegen die Funklöcher

Foto: CC0 1.0, Pixabay User rawpixel | Ausschnitt bearbeitet

Jeder kennt diese Situation: Man ist mit Bus, Bahn oder Auto unterwegs, telefoniert mit einem Freund und plötzlich reist die Verbindung ab. Dieses Szenario soll bald der Vergangenheit angehören; zumindest wenn es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer geht. Gerne würde er die Lücken in der Mobilfunkabdeckung beseitigen. Deshalb möchte er, dass Bürger mit einer App selbst Funklöcher aufdecken. In Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur wurde deswegen die bereits vorhandene App zur Breitbandmessung geupdated und mit neuen Funktionen ausgestattet. Mit der App sollen Smartphone-Nutzer der Bundesnetzagentur helfen, sogenannte „weiße Flecken“ im Land zu identifizieren, um diese in Zusammenarbeit mit den Mobilfunkanbietern zu beseitigen. Ziel der Bundesnetzagentur ist es, die Daten in einer detaillierten Karte zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Hat die App wirklich das Potenzial die Grundlage für ein flächendeckendes Netz zu schaffen oder ist es doch nur heiße Luft?

Nicht im Funkloch stecken bleiben

Der Verkehrsminister sieht sich in der

„Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Bürger nicht im Funkloch stecken bleiben“.

Aber noch immer ist ein flächendeckendes Mobilfunknetz an vielen Orten nicht der Standard. Im April dieses Jahres kündigte CSU-Politiker Scheuer sein Vorhaben – welches auch im Koalitionsvertrag steht. Auch mit der Hilfe der App soll bis 2021 sollen 99 Prozent der Haushalte in Deutschland von dem Ausbau des Netzes profitieren und mit 4G ausgestattet sein. Allerdings bekam das Verkehrsministerium für die App nicht nur jubelnde Zurufe. Kritiker fragten, wie denn eine Funkloch-App Daten über bestehende Funklöcher an einen Server senden können soll, wenn man sich doch gerade selbst in einem befindet?

So funktioniert die Funkloch-App

Nachdem die Nutzungsbedingungen akzeptiert wurden, benötigt die App einige Angaben zum persönlichen Mobilfunkanbieter, etwa die Tarifauswahl oder ob vertraglich eine Begrenzung der Datenübertragungsrate vereinbart ist. Dann kann es mit der Messung losgehen. Mit einem Klick startet die Abfrage der Netzverfügbarkeit. Befindet sich der Nutzer in einem Gebiet ohne Empfang, werden die Daten über 2G-, 3G- und 4G-Netze in einem Abstand von 50 Metern kontinuierlich gesammelt und aufgezeichnet. Die protokollierte Route wird dann gespeichert und übermittelt, sobald ausreichend Empfang vorhanden ist. Die Krux: Zum Laden der Anwendung wird das eigene Datenvolumen verbraucht – und das nicht ganz wenig. Darauf weist zumindest eine Push-Benachrichtigung bei Verwendung der App hin. 

Nutzer melden Abstürze der App

2019 sollen die Ergebnisse in einer Karte öffentlich zugänglich gemacht werden.

„Hierfür ist es erforderlich, dass möglichst viele Daten vorliegen, um einen großen Bereich abdecken zu können“,

sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Zusätzlich soll 2019 ein Monitoring-Bericht zur Netzabdeckung vorgelegt werden. Die Bewertungen im Google Play Store sowie im App Store, verheißen keine optimistischen Aussichten: Nutzer vergaben bisher nur eine Bewertung von 2,3 von 5. Ob die App wirklich zielführend ist, wird sich zeigen. Schließlich gibt es von der Bundesnetzagentur bereits eine Karte, die aufzeigt, wo in Deutschland welche Funkanlagen stehen, wodurch sich schon jetzt ein recht genaues Bild über den Mobilfunk-Standard ergibt.