Europaparlament:

Europa, Katarina und die Sozialdemokraten im Netz

Foto: CC BY-SA 2.0 Flickr User Mehr Demokratie. Bildname: EU-Parlament reformiert EU-Bürgerinitiative. Ausschnitt bearbeitet.

Erst wollte sie nicht, dann doch: Katarina Barley wird SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019. Die Neustrukturierung kommt gut an, denn der Hashtag #EuropaKatarinaUndIch ist unter den SPD-Mitgliedern derzeit ansteckend:

„Wir unterstützen @katarinabarley. Du auch? Dann poste ein Foto von dir, deiner Botschaft und nominiere andere auch mitzumachen“,

lautet der Aufruf der Online-Kampagne für die Spitzenkandidatin zur Europawahl. Wer hat sich schon alles dazu geäußert? Und wie viral kann so eine Kampagne gehen?

Hashtag #EuropaKatarinaUndIch

Katarina Barley soll die SPD in den Europawahlkampf führen. Seit dieser Bekanntgabe transformieren sich die Social-Media-Kanäle der SPD von einer trocknen Steppenlandschaft zu einem interaktiven Spielfeld. Unter dem Hashtag #EuropaKatarinaUndIch soll die jetzige Justizministerin auf einer Welle des Optimismus und Zuspruchs bis ins Europäische Parlament getragen werden. Passend dazu gibt es neben dem Hashtag einen gleichnamigen Twitter-Account. Vor allem junge Twitter-Nutzer nutzen die Chance, der designierten Spitzenkandidatin ihre Botschaften mit auf den Weg zu geben. Der stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Berlin, Ben Schneider, setzte den ersten Hashtag unter ein Selfie mit Europaflagge. Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern bekundete auf diesem Weg ihre Vorfreude auf den Parteitag „Ja zu Europa!“ und Parteikollegen wie Saskia Esken, Lars Klingenbeil und Jens Zimmermann reihten sich ebenfalls unter die Supporter.

Und was sagt Barley selbst dazu?

Der letzte bekannte deutsche Sozialdemokrat, der in Europa ein Spitzenamt bekleidete, war der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Auch er beglückwünschte die neue Spitzenkandidatin und twitterte:

„Europa ergibt schon auf dem Papier Sinn, doch es muss die Herzen überzeugen, um erfolgreich zu sein. @katarinabarley kann beides […]“

Barley selbst postete ein Video auf Twitter, indem sie sich für die vielen Einsendungen bedankte und zu noch mehr Ideen, Wünschen und Träumen aufrief. Auch aus dem Außenministerium gab es Unterstützung per Tweet:

„Gäbe es @katarinabarley nicht, müsste man sie erfinden: zwei Pässe, ein Herz für Europa und haufenweise frische Ideen. Und seit heute unsere Spitzenkandidatin für Europa!“

twitterte Heiko Maas. Die Online-Kampagne schlägt Wellen – zumindest innerhalb der SPD.

Nächste Station: Brüssel

Barleys Ministerinnendasein war nur von kurzer Dauer. Denn sobald sie als Mitglied in das Europaparlament gewählt wird, muss sie ihren Posten als Justizministerin in der Großen Koalition aufgeben. Die noch Ministerin spricht vier Fremdsprachen fließend und legte ihre Promotion im Europarecht ab. Scheinbar die perfekte Besetzung für das multikulturelle Parlament. Gemeinsam mit Udo Bullmann, der seit 20 Jahren im EU Parlament aktiv ist, wird Barley eine Doppelspitze bilden. Aus Barleys Sicht ist die Annahme der Kandidatur eine „Verantwortung für Europa“. Die Wahl sei „die wichtigste in diesem Jahrzehnt für unseren Kontinent“.