FSJ Digital:

Digitale Freiwillige vor!

Für junge Kulturinteressierte, Natur- und Umweltbegeisterte und sozial Engagierte gibt es bereits seit vielen Jahren die Programme Freiwilliges Soziales Jahr Kultur, Freiwilliges Ökologisches Jahr und das klassische Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). 2013 plante die Große Koalition ein weiteres FSJ-Programm einzuführen und auch aktuell steht dieses Vorhaben wieder im Koalitionsvertrag: Ein FSJ Digital für Technik- und Medienaffine. Die Idee, für die sich seit einigen Jahren auch der SPD-nahe Verein D64 stark macht: „Digital Natives“ geben ihre digitalen Kompetenzen im Rahmen des Freiwilligendienstes an Menschen und Organisationen weiter, die weniger digital bewandert sind oder setzen Projekte für mehr Teilhabe, Inklusion und Bildung in digitalen Formaten um.

Zwei Modellprojekte

Im Koalitionsvertrag 2013 hielten die Unterhändler von SPD, CDU und CSU fest, zunächst ein „Modellprojekt Freiwilliges Soziales Jahr“ zu starten. Das Leitbild: mehr digitale Selbstständigkeit. Die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz für jede einzelne Nutzerin und jeden einzelnen Nutzer sei essentiell für den Datenschutz und die Sicherheit im Internet. Da junge Menschen oft selbstständiger im Umgang mit PC und Internet sind, könne dieses Potential mit dem FSJ Digital genutzt und weitergegeben werden. Zwei Bildungsträger – das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Sachsen-Anhalt und das Kulturbüro in Rheinland-Pfalz – erhielten daraufhin einen Zuschlag, um das FSJ Digital zwischen 2015 – 2017 zu erproben. Die Nachfrage nach Plätzen war dabei schon von Beginn an höher als die Zahl verfügbarer Plätze.

Das DRK Sachsen-Anhalt qualifizierte die Freiwilligen zu sogenannten „Digitalen Scouts“, die zum Beispiel Apps für mobil eingeschränkte Menschen erfanden. In Rheinland-Pfalz entwickelten die Freiwilligen eigene Projekte in unterschiedlichen Bereichen wie Film, Homepage, Robotik, Audio, Apps, Journalismus, Social Media etc.. Nach Angaben des Bundeministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) konnten mit den beiden Projekten technik-affine Jugendliche erreicht werden, die sich nach bisherigen Erfahrungen von einem klassischen FSJ im sozialen Bereich eher nicht angesprochen fühlten.

Informatikbasics in der Grundschule oder digitales Bilderwörterbuch

Johannis absolvierte sein FSJ Digital an einer Grundschule.

„Das Wichtigste in meinem Projekt ist: Grundsteine legen, Anreize schaffen, Horizont erweitern. Die Kinder müssen keine Roboter bauen, die Sudokus lösen. Die sollen einfach loslegen“, sagt der Freiwillige.

Im Projekt von Charlotte ging es darum, politikfernen Menschen die Landespolitik und die Arbeit des Landtags näher zu bringen. Hierfür entwickelte Charlotte eine virtuelle Tour durch den Plenarsaal und die Lobby des Mainzer Landtags. Marie dagegen gestaltete im Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum ein interaktives, digitales englischsprachiges Bilderwörterbuch für Kinder.

FSJ Digital als Add-on

Nach zwei Jahren sollten die Modellprojekte überprüft werden und bei einem positiven Verlauf eine Weiterführung als fester Bestandteil des FSJ erfolgen. Zwar ist das FSJ Digital noch nicht in das klassische FSJ integriert worden, allerdings wurden die Modellprojekte durchaus weiterentwickelt. So hat das DRK Generalsekretariat zusammen mit dem DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt eine bundesweite Fortbildungsreihe für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der gesamten FSJ-Trägerlandschaft aufgelegt und das Kulturbüro RLP ein sogenanntes Add-on eines FSJ entwickelt. Das Add-on beinhaltet 100 Projektförderungen in Höhe von max. 1.000 Euro, technische Unterstützung und Seminare zu Medienkompetenz und ihrer Vermittlung. Zwischen September und November 2017 konnten sich bundesweit alle 51.000 Freiwilligen auf eine Projektförderung bewerben und sich bei ihren Vorhaben an den Projekten der Freiwilligen aus den „Modelljahren“ orientieren.

Tablet PCs für Senioren in München, Telefónica Deutschland. Foto: Quirin Leppert.

Telefónica Deutschland macht Menschen aller Altersgruppen fit für die digitale Welt. Mit bundesweiten Förderprogrammen wie Think Big, Tablet PCs für Senioren und unseren O2 Gurus geben wir bis 2020 Inspiration und Hilfestellung für 10 Millionen Menschen.