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Digitalbotschafter (w/m)

Foto: CC BY 2.0 Flickr User Marco Bellucci. Bildname: Question mark. Ausschnitt bearbeitet.

Über die Rolle der Digitalstaatsministerin hat UdL Digital bereits ausführlich berichtet. Jetzt werden Stimmen lauter, die auch eine Art Botschafter für die Digitalisierung fordern: Eine Person, die Deutschlands digitale Visionen nach Außen trägt und wichtige Impulse auf internationaler Ebene gibt. Wer könnte diesen Job gut machen? Und welche Aufgaben könnte ein Digitalbotschafter oder eine Digitalbotschafterin übernehmen? Auf internationaler Ebene gibt es bereits Beispiele.

Diplomatie + Technologie = Techplomacy

Seine Aufgaben sind es, mit Akteuren aus Wirtschaft und Tech zu interagieren und Netzwerke aufzubauen. Caspar Klynge ist der erste offizielle Tech-Botschafter der Welt und vertritt Dänemark im Silicon Valley und in China. Er verhandelt dabei mit einem Multi-Billion-Dollar-Geschäftssektor, dessen Umsatz das Bruttoinlandsprodukt Dänemarks bei weitem übersteigt. Klynge ist das Sprachrohr seines Landes zu den weltweit größten Digitalkonzernen wie Facebook, Apple oder Google.

„Ich glaube, wir müssen Regieren als Wettbewerb begreifen und das Verhältnis von öffentlichem und privatem Sektor neu denken, um flexibler zu werden“

so der Digitalbotschafter Klynge zu seiner Rolle. Die deutsche Politik ist sich mittlerweile einig, dass man das Entwicklungsmodell des Silicon Valleys nicht nachahmen will. Stattdessen will man selbst neue Zukunftsstrategien erarbeiten. Um mit dem Zentrum der Zukunftsindustrie zu kooperieren, könnte ein Digitalbotschafter helfen.

Aller Anfang ist schwer – vor allem im Deutschland

Dass ein Botschafter nicht immer Diplomat sein muss, zeigt das frisch vorgestellte Projekt „Digital-Botschafter“ der rheinland-pfälzischen Sozial- und Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler von der SPD. Sie will, dass junge Menschen „Botschafter“ bei der Vermittlung von Technik-Fertigkeiten für ältere Menschen werden. Einen ersten Schritt in den internationalen Beziehungen macht Hindrich Thoelken, Sonderbeauftragter für digitale Transformation im Auswärtigen Amt, wie er in einem Twitter-Post erklärte. Doch mit 9.141 Kilometer Luftlinie zwischen Palo Alto und Berlin sitzt Thoelken nicht gerade am Puls der Zeit.

Wanted: Potenzielle Cyber-Botschafter

Als Tech-Botschafter im weiteren Sinne verstehen sich auch manch andere Visionäre. Einer dieser Pioniere ist Frank Thelen, deutscher Investor und Unternehmer. Gemeinsam mit Staatsministerin Dorothee Bär – der Digital-Botschafterin innerhalb der Bundesregierung – hat er das Innovation Council ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist,

„frühzeitig neue Herausforderungen der Digitalisierung zu identifizieren und Anregungen aus dem Startup- und Wirtschaftsbereich ungefiltert in die Politik zu bringen“.

Mit seinem feinen Gespür für innovative Trends investiert er seit vielen Jahren in junge und spannende Unternehmen und kennt somit die Branche wie seine Westentasche – optimale Voraussetzungen, Mittelmann zwischen Politik und Digitalisierung zu werden.

Reisekosten sparen? Kein Problem, denn Margit Wennmachers Arbeitsplatz ist bereits das Silicon Valley. Dort gilt sie nicht nur als eine der wichtigsten Strippenzieherinnen, sondern auch zu den Top-Managerinnen der Technologieindustrie. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung steht sie den Game-Changern des Silicon Valleys in nichts nach und entscheidet durch Investitionen sogar über die Schicksale von Gründerinnen und Gründern. Als Digitalbotschafterin würde sie nicht nur die Hälfte des Silicon Valleys beim Vornamen nennen, sondern auch die digitale Transformation in Deutschland entscheidend vorantreiben: Sie verwandelte bereits die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz in eine Top-Adresse.