MSL Public-Affairs-Studie 2018:

Digital-Public-Affairs auf dem Vormarsch

Foto: CC BY 2.0 Flickr User Surian Soosay. Bildname: To Be the Electricity inside the Resuscitation Paddles. Ausschnitt bearbeitet.

Public-Affairs-Verantwortliche deutscher Unternehmen und Verbände bewerten die Arbeit der Bundesregierung als überwiegend negativ. Das geht aus der 17. Public-Affairs-Umfrage der Kommunikationsberatung MSL hervor. Demnach empfinden beinahe drei Viertel der Befragten die Arbeit der Bundesregierung als „schlecht“ bis „sehr schlecht“. Das dürfte unter anderem mit der verzögerten Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017 zusammenhängen. Noch vor einem Jahr beurteilte die Mehrheit, die Arbeit der damaligen Großen Koalition als überwiegend positiv. Wichtigste Themen in der aktuellen Legislaturperiode sind nach Ansicht der Befragten die Digitalisierung sowie die Asyl- und Flüchtlingspolitik. Doch welche Trends prognostiziert die MSL-Studie 2018 sonst noch?

Unzufriedenheit mit der Digitalpolitik

In der Politik sehen die von MSL befragten Public-Affairs-Verantwortlichen dringenden Handlungsbedarf. Neben der Migrations- und Integrationspolitik halten die Befragten die Digitale Agenda für das wichtigste Thema der aktuellen Legislaturperiode. Doch mit der Ernennung von Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) ist es nach Ansicht der Politik-Verantwortlichen in den Unternehmen offenbar nicht getan: Eine Mehrheit der Befragten gibt an, keine großen Fortschritte in der Digitalpolitik zu erwarten. Dass die Bundesregierung einen Fokus auf das Mega-Thema Künstliche Intelligenz setzen wird, glauben 77 Prozent. Dicht gefolgt von der Industrie 4.0 (55 Prozent) und dem Datenschutz (53 Prozent). Nur zwei Prozent sagen, dass digitale Plattformen oder der Breitbandausbau wichtige Themen der Legislaturperiode werden.

Tweets zur Kontaktpflege

Immer digitaler wird auch das Public-Affairs-Business selbst – zumindest das Kerngeschäft: der Kontakt mit Politikerinnen und Politikern. Laut Umfrage nutzen mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) soziale Netzwerke zur direkten Kontaktpflege mit politischen Entscheidungsträgern. Twitter ist mit 88 Prozent der Spitzenreiterreiter unter den Kommunikationsinstrumenten. Vermehrt eingesetzt werden auch die Portale LinkedIn und Facebook. Trotz flexibler und digitaler Möglichkeiten gilt nach wie vor: Das persönliche Treffen mit relevanten Stakeholdern ist unverzichtbar – 98 Prozent setzen noch immer auf Face-to-Face-Gespräche.

Public-Affairs-Arbeit

Auch für die eigene politische Kommunikation setzen immer mehr Unternehmen und Verbände auf die Präsenz in sozialen Netzwerken: 23 Prozent der Befragten sind dauerhaft im Social Web präsent, 45 Prozent zumindest für einzelne Projekte. Bei der Frage nach der wichtigsten Informationsquelle für Public Affairs, nehmen erstmals in der Befragung von MSL Germany die Online Medien mit 85 Prozent den ersten Platz ein. Auch die Relevanz von Social Media hat zugenommen: Nutzten im Jahr 2017 noch rund 32 Prozent die sozialen Netzwerke, um sich zu informieren, sind es 2018 schon 53 Prozent.