Technologieprogramm des BMWi:

Smart in die Zukunft

Deutschland soll ganz vorn mit dabei sein im Bereich Smart-Data-Innovationen. Deshalb fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit dem Technologieprogramm Smart Service Welt Verbünde aus Wissenschaft und Industrie bei ihren smarten Projekten in den Bereichen Produktion, Mobilität und „gutes Leben“. 20 Fördergruppen hatten sich im November 2014 im Rahmen eines Wettbewerbs qualifiziert. Jetzt präsentierten sie ihre Projekte auf der Auftaktkonferenz Smart Service Welt in Berlin. Bis zum Jahr 2019 erhalten sie Unterstützung aus dem BMWi.

Foto CC Flickr user Intel Free Press
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Digitale Ernte auf dem Bauernhof 4.0

Durch welche Daten ist der Zustand eines Feldes beschreibbar und welche Sensoren sind dafür erforderlich? Wie kann der optimale Erntezeitpunkt der Felder automatisiert ermittelt werden? Gibt es Kennzahlen, anhand derer automatisiert erkennbar ist, ob ein Feld gedüngt werden muss? Diesen Fragen geht u.a. das Projekt Smart Farming Welt nach, das derzeit vom BMWi gefördert wird. Die Kooperationspartner wollen eine cloudbasierte Plattform entwickeln, auf der Daten gesammelt, analysiert und für Smart-Service-Angebote für den Bauernhof 4.0 nutzbar gemacht werden können. Die Initiatoren verfolgen dabei einen hersteller- und organisationübergreifenden Ansatz. Die Entwickler wollen bereits verfügbare Informationen von landwirtschaftlichen Maschinen mit Daten aus weiteren Quellen – Partnermaschinen in der Umgebung, Sensoren, Wetter, Planungsinformationen oder Hersteller-Expertise– zusammenführen. Ziel ist es, alle Prozesse auf dem Bauernhof digital zu verknüpfen und zu optimieren, um die Arbeit effizienter zu organisieren und Stillstandszeiten zu vermeiden. Die Smart-Data-Angebote der Plattform sollen den Bauern sowohl in Echtzeit auf dem Feld als auch für spätere Auswertungen zur Verfügung stehen. Auch Services wie Einstellungsoptimierung an Maschinen, optimale Dünge- und Erntestrategien und eine Automatisierung der Prozesse sollen angeboten werden.

Datenschutz in der Mobilität 4.0

Moderne Pkw sind inzwischen fahrende Computer, die eine Menge von Daten erheben, speichern und senden. Doch nicht jedem Autofahrer ist bei dem Gedanken an die Nutzung dieser Daten wohl ums Herz. An diesem Punkt setzt das Projekt CAR-BITS.de an, das ebenfalls aktuell eine Förderung aus dem Bundeswirtschaftsministerium erhält. Die Kooperationspartner wollen eine Service-Plattform entwickeln, die eine datenschutzkonforme Nutzung der Fahrzeugdaten für neue technische Dienste ermöglicht. Die Autofahrer entscheiden dabei selbst, welche Daten wofür verwendet werden dürfen. Die erhobenen Daten werden verschlüsselt übertragen und in einer speziell abgesicherten Cloud-Umgebung gespeichert. CAR-BITS.de verpflichtet sich außerdem zu den Maximen Datensparsamkeit und Pseudonymisierung. Die besondere Herausforderung bei dem Projekt besteht darin, die Nutzervorgaben zu beachten und gleichzeitig eine sehr große Zahl an Systemen und Datenquellen möglichst verzögerungsfrei miteinander zu vernetzen. Zunächst sollen exemplarisch drei Mehrwertdienste für die Mobilität 4.0 entwickelt werden: die Erkennung und Meldung von Fahrbahnschäden, fehlenden Fahrbahnmarkierungen und falschen Beschilderungen. Außerdem geplant sind die Ermittlung des Schneeräumbedarfs sowie die Optimierung von Ladevorgängen und des Energiemanagements bei Elektrofahrzeugen.

Foto CC Flickr user EIGHT-emobility
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E-Health: Digitale Therapiehilfe

Noch sensibler als Mobilitätsdaten sind Gesundheitsdaten. Das wissen auch die Kooperationspartner des Projekts MACSS. Bei der Entwicklung ihrer Service-Plattform für den Gesundheitsbereich legen sie daher ein besonderes Augenmerk auf Sicherheit und Datenschutz. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt ausschließlich in einem geschützten Bereich innerhalb des Klinikinformationssystems. Eingesetzt werden soll die Plattform zunächst bei der Behandlung von chronischen Patienten, die in regelmäßigen Abständen ihre Behandlung in einem Versorgungszentrum kontrollieren und neu abstimmen müssen. Zwischen den Untersuchungen sollen die Patienten nun über eine App bestimmte Vitaldaten an die Plattform übermitteln, so dass der Arzt kontinuierlich Einblick in den Gesundheitszustand des Patienten hat. Auf der Plattform sollen zudem die Daten aus der App mit Daten aus Kliniken und Praxissoftware verbunden und analysiert werden. Alle behandelnden Ärzte haben Zugang zu den Informationen und können sowohl untereinander als auch mit dem Patienten unkompliziert über das System in Verbindung bleiben. Neben der Direktkommunikation sind ein interaktives Patiententagebuch und ein Therapie-Assistenzsystem zur kontinuierlichen Evaluierung des Therapieverlaufs die ersten Anwendungen der Gesundheits-Plattform MACSS.

Smart Service Welt II

Aktuell läuft der Wettbewerb für die zweite Runde des Technologieprogramms Smart Service Welt II. Bis zum 9. Februar 2017 können Projektskizzen zu den Themen Bereiche Beschäftigung, Mobilität, Wohnen und Grundversorgung eingereicht werden. Wie beim Vorgängerprogramm hat das BMWi eine Förderung von bis zu 50 Millionen Euro für die ausgewählten Projekte angekündigt. Im März 2017 werden die Gewinner bekannt gegeben. Ihre Förderung läuft dann bis 2021.

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