Think Big Erstwählerkampagne:

Familienministerin zeichnet herausragende digital-soziale Jugendprojekte aus

Wie wichtig ist die Rolle der digitalen Medien für die demokratische Teilhabe junger Menschen? Wie bringen sich junge Menschen in den gesellschaftspolitischen Prozess ein? Das Jugendprogramm Think Big hat zum vierten Mal in Folge den Digitalpokal für herausragende sozial-digitale Projekte verliehen – kurz vor der Bundestagswahl lag das Augenmerk auf der politischen Teilhabe.

Familienministerin Katarina Barley vergibt Digitalpokal für herausragende sozial-digitale Think-Big Projekte. Foto: Henrik Andree

Projekt „Quergedacht“ mit Digitalpokal ausgezeichnet

Die Community von Think Big hat sich für das Projekt „Quergedacht“ entschieden. Clara, Kristin und Lorenz aus Dresden haben eine digitalen Nachhaltigkeitsstadtplan entwickelt, auf dem schon über 100 Läden, Restaurants, Gärten und Co. verzeichnet sind, die den festgelegten Kriterien bio, fair, regional, Second-Hand entsprechen. Der Digitalpokal wurde von Familienministerin Katarina Barley übergeben.

Es waren insgesamt fünf Projekte nominiert, die sich neuartig und kreativ einer gesellschaftlichen Herausforderung angenommen haben, gemeinnützig waren und bei denen digitale Lösungen zum Einsatz gekommen sind. Mit dabei waren außerdem Migration Heute, die einen Radiosender aufbauen, der über Migration und kulturelle Vielfalt berichtet, das Projekt Klangfang, das eine App für experimentelle Klangcollagen entwickelt, CrowdProtect, welches Gewaltprävention mit einem mobilen Notrufsystem und Opferfürsorge verbindet sowie GlobalMatch, wo Menschen des globalen Südens mit Menschen des globalen Nordens zusammengebracht werden.

Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sagt:

„Wir wissen, dass wir soziale Bindung brauchen. Dies ist ein großer Wert für die Demokratie und das gelingt mit Think Big.“

Valentina Daiber (Telefónica Deutschland), Daniel Finger (Moderator) und Heike Kahl (DKJS). Foto: Henrik Andree

„Telefónica inspiriert junge Menschen mit Hilfe digitaler Technik, Projekte zu machen, die am Ende des Tages gesellschaftlich relevant sind und die etwas verändern wollen“,

erklärt Valentina Daiber von Telefónica Deutschland das Engagement des Unternehmens.

Politik im Fokus der sozialen Medien

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Foto: Henrik Andree
Anlässlich der Bundestagswahl war im Rahmen von Think Big politisches Engagement ein wichtiges Thema. Die Kampagne „Deine Zukunft – #GehWählen“ setzt sich dafür ein, junge Menschen zu aktivieren, um sich für eine vielfältige und offene Gesellschaft einzubringen, indem sie wählen gehen und andere junge Menschen zur Wahl motivieren.

Das Warum und Wie des Engagements war Thema auf dem Podium. Es diskutierten Familienministerin Katarina Barley, Politikberater und Buchautor Johannes Hillje, Think-Big-Projektmacher Franz Werner von „ich bin wählerisch“, Tobias Köck vom Deutschen Bundesjugendring und Digitalberaterin Ann Cathrin Riedel.

Einigkeit herrschte darüber, dass gerade soziale Medien es jungen Menschen ermöglichen, sich ganz einfach einzubringen, sich zu informieren, sich zu engagieren und politischen Druck aufzubauen.

Ministerin Barley erzählte, dass sie bereits im Elternhaus politisiert wurde. Sie ist Tochter einer Ärztin und eines britischen Journalisten, der für die Deutsche Welle arbeitete. Vor allem internationale Themen seien zu Hause diskutiert worden. Sie ist mit 26 Jahren in die SPD eingetreten. Bevor sie hauptberuflich in die Politik ging, arbeitete sie als Richterin und berichtete von der unterschiedlichen Wahrnehmung des Berufs der Richterin zur Politikerin. Während einem Richter Respekt und der Glaube an Gerechtigkeit entgegengebracht würden, werde das Engagement in der Politik wesentlich kritischer betrachtet.

Diskussionspodium mit (v.l.) Franz Werner, Ann Cathrin Riedel, Daniel Finger (Moderator), Katarina Barley, Tobias Köck und Johannes Hillje. Foto: Henrik Andree

Projektmacher Franz Werner sieht es pragmatisch: Es ist für ihn wichtig, direkt auf Jugendliche zuzugehen und sie für Politik zu begeistern. Sein Ziel ist es, Informationen und Kompetenzen zu vermitteln. In mehrtägigen Workshops werden in seinem Projekt Schülerinnen und Schüler befähigt, sich kritisch und konstruktiv mit dem Wahlprozess, demokratischen Mechanismen und Parteiprogrammen auseinanderzusetzen.

Politikberater Johannes Hillje sorgt sich um den Parteinachwuchs. Zu häufig würden junge Menschen von Strukturen wie Ortsverbänden abgeschreckt. Er sucht nach einer Lösung zwischen Partei und Bewegung, um Wirkung in der Gesellschaft zu erzielen. Im aktuellen Wahlkampf lobt er die Politiker, die direkt und persönlich über die Sozialen Medien kommunizieren.

Ann Cathrin Riedel sieht bei Parteien und in der politischen Kommunikation noch Nachholbedarf, die Social Media Kanäle dem Kanal entsprechend richtig zu nutzen. Vor allem darin, wie Botschaften vermittelt werden, liege noch sehr viel Potenzial. Plakative Botschaften funktionierten im Social Web nicht gut.

In diesen Dialog sind die Jugendlichen getreten, die gefragt wurden, was sie sich von der Politik wünschen und wie das Deutschland aussieht, in dem sie leben möchten.



Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube aufgebaut. Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Teilnahme beginne häufig vor Ort im Kleinen und entwickle sich dann weiter. Hier ist der Einsatz von digitalen Medien wichtig, um das Anliegen auch nach außen zu tragen und damit eine Veränderung herbeizuführen. Dabei sind auch Freiräume für Beteiligung notwendig. Hier fordert Tobias Köck vom Deutschen Bundesjugendring politische Bedingungen für freiwilliges Engagement.

Erstwählerkampagne bringt Generation Z mit der Politik zusammen

Barley beschreibt das Wechselspiel zwischen Gesellschaft und Politik folgendermaßen:

„Es ist total wichtig, sich zu engagieren. Je mehr junge Leute es machen, desto mehr frischer Wind kommt da rein. Wenn jemand kommt, gerade unter Zuhilfenahme neuer Medien, und querdenkt dann bringt das neue Impulse rein. Die Impulse, die daher kommen, müssen wir aufnehmen, aber es muss ein Wechselspiel sein. Denn wir sind die Leute, die das in die Parlamente tragen und in die Politik umsetzen.“

Wo dieses Engagement losgehen kann, haben viele junge Wähler in Videobotschaften gezeigt, in denen sie ihre Altersgenossen aufrufen, zur Wahl zu geben.



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Valentina Daiber, Vorstand für Recht und Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland, erklärt:

„Unsere Erstwählerkampagne zahlt in besonderer Weise auf unser Anliegen ein. Unsere Idee ist, die positiven Aspekte digitaler Medien nach vorne zu bringen. Wir möchten mit dem, was wir tun, die jungen Menschen da erreichen, wo sie unterwegs sind, und das ist eben in den sozialen Medien. Der Erfolg dieser Kampagne zeigt, dass das der richtige Ansatz ist, etwas zu bewegen.“

Young voters
Foto: Henrik Andree
Auch selbst etwas bewegt haben und aktiv geworden sind die Macher von „Kleiner 5“, die mit dem „Jury-Preis für demokratisches Engagement“ durch Ministerin Katarina Barley ausgezeichnet wurden. Sie informieren über die Wirkungsweise von Falschmeldungen und haben ein eigenes Bildungsformat entwickelt, dass die Teilnehmer einem sicheren Umgang mit Nachrichten aus dem Internet, im speziellen solcher politischer-gesellschaftlicher Natur, befähigt. Sie unterstützen damit Erstwähler, sich ihre eigene politische Meinung zu bilden und informiert zu wählen.