UdL Digital Talk mit Daniel Bahr

Das Interesse an Gesundheitsthemen ist keine Frage des Alters? Das belegt der aktuelle Wirbel um das Thema E-Health quer durch alle Altersschichten: Auf der letzten republica gab es eine große Diskussion zum Thema E-Health und die aktuelle Ausgabe der Business Punk widmet dem Test von medizinischen Selbst-Monitoring-Systemen ganze sieben Seiten.

Passend, dass der nächste UdL Digital Talk das Thema aufgreift: Am 23. Mai 2012 diskutieren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Daniel Nathrath, Geschäftsführer von medX unter der Moderation von Cherno Jobatey zu der Frage „Was ist dran, an der mobilen Medizin?“.

Demokratisierung von Wissen

Rating-Portale, die Ärzte bewerten, Communities, in denen sich Menschen zusammenfinden, um über Krankheiten zu diskutieren oder der Ersatz medizinischer Geräte durch Apps – Patienten übernehmen immer mehr Eigenverantwortung und behandeln sich zunehmend selbst. Der mündige Bürger wird in Zukunft verstärkt Selbstdiagnosen einsetzen, seinen Körper mit Hilfe von Smartphone-Apps kontrollieren oder sich für seine DNA-Analyse interessieren. Führt die Demokratisierung des Wissens zur Emanzipation des Patienten vom Arzt und schwächt dessen Status als Halbgott in Weiß? Oder wächst seine Bedeutung sogar als kompetenter Navigator?

Gleichzeitig nutzen auch Kliniken und Ärzte die zunehmende Vernetzung. Sei es die Möglichkeit, via Internet den Hausarzt zu besuchen oder Rezepte online zu bestellen, Crowdfunding von Kliniken, Crowd Insurances im Hinblick auf Versicherungssysteme 2.0 oder Crowd Publishing von Fachliteratur.

E-Health: Chancen und Risiken

Was aber sind Chancen, was Risiken der tausend Entwicklungen, die aktuell unter dem Begriff E-Health zusammengefasst werden? Und: Wer profitiert von E-Health? Sind es die Patienten? Oder die Ärzte? Beide? Oder lediglich Dritte? Was passiert mit dem Datenschutz, wenn medizinische Befunde hin- und hergeschickt werden? Wie kann die Datenhoheit des Patienten gewahrt bleiben?

Medienkompetenz als Voraussetzung

Sollten – bevor über die technischen Neuerungen gesprochen wird – nicht die Grundvoraussetzungen erfüllt sein? Dann reden wir über das vieldiskutierte Wort der Medienkompetenz: Was passiert, wenn nur Digital Natives Zugang zu technischen Hilfen haben? Sind es nicht gerade Alte, Kranke, Unvermögende, denen sich hier die größten Chancen auftun? Es herrscht Bedarf an Schulung und Information – sowohl bei Konsumenten, Patienten und Leistungserbringern. Aber: Wer ist hier in der Pflicht?

Der UdL Digital Talk findet im BASE_camp (Mittelstraße 51-53) statt. Anmelden kann man sich über facebook oder Xing. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr, der Eintritt ist wie immer kostenlos.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here