Wikipedia Corporate Index: Ein Tool, um Wikipedia zu verstehen

Wikipedia ist eine der meistbesuchten Websites der Welt. Unter der Woche hat die Kommunikationsagentur Fleishman-Hillard in Zusammenarbeit mit compuccino ein mit dem Wikipedia Corporate Index ein Tool veröffentlicht, das vor allem für die Kommunikationsabteilungen von Unternehmen sehr hilfreich sein sollte. Arne Klempert, Director Digital bei Fleishman-Hillard, beantwortete unsere Fragen zum Wikipedia Corporate Index.

Tool zur Bewertung von Profilen

Die Profil-Seite der E-Plus Gruppe im Wikipedia Corporate Index
Die Profil-Seite der E-Plus Gruppe im Wikipedia Corporate Index

UdL Digital: Was konkret soll der Wikipedia Corporate Index bewirken?

Arne Klempert: Mit dem Wikipedia Corporate Index geben wir Unternehmen ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie die Qualität ihrer Darstellung auf Wikipedia besser einschätzen können. Aus vielen Gesprächen mit Kommunikationsverantwortlichen weiß ich, wie schwer es ihnen bisher gefallen ist, den eigenen Unternehmensartikel zu bewerten. Wir wollen ihnen mit dem Wikipedia Corporate Index außerdem Möglichkeiten aufzeigen, was sie selbst tun können, um die Qualität von Einträgen zu steigern – und zwar im Einklang mit der kritischen Wikipedia-Community.

UdL Digital: Man hört ja immer wieder, dass sich Unternehmen im Umgang mit Wikipedia schnell die Finger verbrennen können. Wie sehen Eure Tipps konkret aus?

Arne Klempert: Eine Reihe von Tipps dazu finden sich im Artikel „Der Einstieg in Wikipedia“. In loser Reihenfolge werden wir in den kommenden Wochen und Monaten immer mal wieder Artikel veröffentlichen, die einzelne Aspekte möglicher Mitwirkung an der Wikipedia näher beleuchten, zum Beispiel

  • Welche Benutzer kann ich ansprechen, wenn ich nicht weiter komme?
  • Was muss ich beim Bereitstellen von Fotos beachten?
  • Wie aktualisiere ich die Angaben in der Infobox?
  • Wie können Unternehmen geeignete Quellen beisteuern?

Bedeutung von Wikipedia für Kommunikation enorm

Arne Klempert
Arne Klempert

UdL Digital: Alle Welt spricht permanent über facebook. Ist Wikipedia nicht schon out?

Arne Klempert: Gerade erst vor wenigen Wochen wurde Wikipedia im YouGov Brandindex zur beliebtesten Internetmarke der Deutschen gekürt und hat damit Google vom Thron gestoßen. Von „out“ kann da wirklich keine Rede sein. Und auch die Bedeutung für die Unternehmenskommunikation ist enorm. Prominente Unternehmensartikel kommen leicht auf 100.000 Besucher im Monat und ihre Wirkung geht doch deutlich darüber hinaus. Denn auch Journalisten nutzen die Wikipedia regelmäßig als Recherchequelle – auch wenn viele von ihnen das nicht zugeben möchten. Unternehmen, denen ihre Reputation wichtig ist, kommen an der Wikipedia nicht vorbei.

UdL Digital: Welche Rolle wird Wikipedia im Bundestagswahlkampf spielen?

Arne Klempert: Sicher wird auch in diesem Bundestagswahlkampf das Interesse an den relevanten Wikipedia-Artikeln wieder groß sein. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen Mitarbeiter die Einträge ihres Abgeordneten schönfärben oder der politischen Konkurrenz Skandale andichten wollten. Es hat sich aber hoffentlich mittlerweile herumgesprochen, dass sowas leicht nach hinten losgehen kann.

UdL Digital: Wieso habt Ihr den Service auf Unternehmensseiten beschränkt? Wäre – gerade im Hinblick – auf den Wahlkampf auch ein politisches Pendant nicht spannend?

Arne Klempert: Die Idee zum Wikipedia Corporate Index entstand aus unserer Zusammenarbeit mit Unternehmen, die wir bei der Pflege ihrer Reputation unterstützen. Beschränken mussten wir uns vor allem, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten und die Vergleichbarkeit der Einträge zu gewährleisten. Das war aufgrund der Komplexität der Wikipedia schon für die rund 15.000 Unternehmensartikel alles andere als trivial. Grundsätzlich sind solche Auswertungen natürlich auch für andere Bereiche möglich. So führen wir für unsere Kunden regelmäßig individuelle Wikipedia-Analysen durch, die neben dem Unternehmen auch andere relevante Artikel untersuchen, zum Beispiel zu Marken oder Personen – auch im Vergleich zu ihren Wettbewerbern.

 

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel