19 Feb 2013

Datenverarbeitung in der App-Ökonomie Treiber für Wachstum

Michael Mandel bei seinem Vortrag im BASE_camp

Michael Mandel bei seinem Vortrag im BASE_camp

Michael Mandel, US-Wirtschaftsexperte des Progressive Policy Institute, hat heute im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) und des Bundesverbands Deutscher Startups (BVDS) aufgezeigt, wie die Social Media Industrie in den USA mittlerweile die am schnellsten wachsende Branche darstellt.

Mobiles Internet beflügelt App-Ökonomie

In den USA verzeichnete die Branche einen Zuwachs an Arbeitsplätzen von allein 44 Prozent in den letzten vier Jahren. Verkäufe von mobilen Geräten und Datendiensten wachsen derzeit exponentiell. Unter Berufung auf eine aktuelle US-Studie schätzt Mandel, dass App-Entwickler in den USA mittlerweile mehr als 500.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Dennoch betonte Mandel, „die meisten Volkswirtschaften und Unternehmen haben den Wert von Apps und Daten noch nicht erkannt. Nur eines von zehn Unternehmen weiß beispielsweise, wie man Daten im Rahmen von Apps verwendet“. Seine Studien belegen, dass Unternehmen, die den strategischen
Einsatz von Daten und Apps beherrschen, „doppelt so schnell wachsen und eine höhere Produktivität“ verzeichnen als andere.

Der Vorstandssprecher des Bundesverbands Deutsche Startups e.V., Florian Nöll, bestätigt die Worte des US-Wirtschaftsexperten Mandel: „Die Bedeutung der App-Ökonomie kann für Beschäftigung und Wachstum in Deutschland gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Innovationskraft,die von Startups ausgeht, hat unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte deutsche Wirtschaft. Hier entstehen die Arbeitsplätze von morgen für die Jugend von heute. Es liegt an der Bundesregierung hier die Weichen zu stellen, damit auch in Deutschland Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen App-Ökonomie entstehen können.“

Die wirtschaftliche Bedeutung der EU-Datenschutzverordnung

Die Veranstaltung mündete in der sensiblen Frage der derzeit in Brüssel zur Debatte stehenden EU-Datenschutzverordnung und ihrer Auswirkungen auf die datengetriebene App-Ökonomie. Mandel betonte, dass kaum ein Zweifel daran bestehe, dass die Schaffung eines „Single Digital Market” einem Regulierungsflickenteppich vorzuziehen sei. Auch der Vorsitzende des AmCham Germany Telecommunications, Internet, and Media (TIM) Committee, Dr. Gunnar Bender, erklärte: „Rechtssicherheit liegt sowohl im
Interesse der Unternehmen, als auch gerade in einer datengetriebenen App-Ökonomie immer auch im Interesse der Verbraucher. Beschäftigung und Wachstum werden in dieser Branche zukünftig nur entstehen, wenn jedermann weiß, an welche Datenschutzaufsichtsbehörde er sich zu halten hat. Unsicherheit und mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz sind die größten Jobkiller in der Internetbrache. Hier ist die deutsche Politik gefragt, für Klarheit und Berechenbarkeit zu sorgen.“

Hinweis: Am Mittwoch (20. Februar 2013) findet im BASE_camp der nächste UdL Digital Talk zum Thema Start-Ups in Deutschland mit dem Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler statt. Sie können sich hier kostenlos anmelden.

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1 Trackbacks
  • Moovel, Twisper, Trademob. — mobilbranche.de
    2013-02-20 11:56:20

    [...] App-Ökonomie: In den vergangenen vier Jahren stieg die Zahl der US-Arbeitsplätze in der App-Branche um 44 Prozent, so Michael Mandel, Wirtschaftsexperte des US-Progressive Policy Institute. In den USA haben App-Entwickler mittlerweile mehr als 500.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dennoch hätte Politik und Wirtschaft den Wert von Apps und Datenströmen noch nicht erkannt. “Nur eines von zehn Unternehmen weiß beispielsweise, wie man Daten im Rahmen von Apps verwendet”, sagte Mandel. udldigital.de [...]